Pokal-Qualifikationsrunde: Concordia Wilhelmsruh – FSV Hansa 07 4:2 (1:1)

Bevor wir zum kurzen, knackigen Leidensbericht der diesjährigen Pokalrunde kommen, erzähle ich euch etwas über meinen Start in das Fußball-Wochenende, welches leider in einem mittleren Desaster enden sollte.

Vorfreude! So lässt sich mein Gefühl vor dem Wochenende beschreiben. Und dies nicht, weil ich am Freitag meinen letzten Arbeitstag für zwei Wochen erfolgreich beendete oder irgendeine große Party vor der Tür stand – nein! Es war Neujahr…oder wie Normalsterbliche es nennen – Saisonbeginn. Also nach der Arbeit auf ins Wiener Blut und nach dem 3:0 der Unioner in Oberhausen ahnte ich noch nicht, was da kommen möge.

Samstag, 15.30 Uhr, Olympiastadion Berlin

Der geneigte Fußballfan ahnt, dass sich hinter diesem Aufenthalt im Oly kein großartiger Fußball verbarg. Es war ein einziges Gegurke, welches mein Gedächtnis eher an eine dieser Kuhweiden in Österreich erinnerte, als an munteren Sommerfußball. Die Murmel wurde wie ein Objekt welches die Füße faulen lässt behandelt und anscheinend aus diesem Grunde immer wieder dem Gegner zugespielt. In der 70. dann die Nachricht, dass die Eintracht soeben das 3:2 in Bremen erzielt hat und zehn Minuten später das 1:0 für die nicht geliebte Tante Hertha aus Charlottenburg. Der Anruf Laszlos St. auf der Rückfahrt gab mir dann absolute Gewissheit, dass die Frankfurter den Sieg über die Zeit gebracht haben und meine Laune sank so langsam Richtung „Sprich mich nicht auf’s letzte Wochenende an“.

Wer oder was konnte den Tag noch retten? Hoffenheim!

Ab in die Wilde 13 zum ersten Samstag-Abendspiel dieser Saison. Doch die Laune sollte nach den ersten dreißig Minuten weiter leiden, da Hoffe 1. ein klares Tor aberkannt wurde, sie 2. es vorerst nicht schaffte die Murmel ein weiteres Mal über die Linie zu bugsieren und 3. die Bayern einmal mehr vorlebten, warum sie auch diese Saison ganz oben mitspielen werden. Wie wäre das Spiel ausgegangen, wenn….egal, es blieb ja der

Sonntag, 15.00 Uhr, in der Nordendarena Berlin

Eher Böses ahnend sahen der Sebo D. und ich als einige der wenigen mitgereisten Hanseaten auf der Ersatzbank mit den Auswechselspielern dem Anpfiff entgegen. Ein großer Rasenplatz, viele fehlende Stammkräfte, ein durchtrainiert wirkender Gegner, schwüles Wetter und ein angeschlagener Cengo, der erstmal auf der Ersatzbank Platz nahm, versprachen nichts Gutes. Aber die erste halbe Stunde ließ wieder Hoffnung aufkeimen. Der Gegner entpuppte sich als nicht so stark wie vermutet und Hansa holte aus seinen Möglichkeiten Gutes raus. Die Mannschaften neutralisierten sich gegenseitig und Minute um Minute strich dahin, bis leider der Fehlerteufel bei den Gelb-Schwarzen zuschlug. Eine Ecke brachte den Wilhelmsruhern die Führung ein, nachdem Schnappi den Ball nicht klären konnte und im Gewusel des Sechzehners ein Concorde den Ball über die Linie drückte. Die Antwort kam prompt… und zwar genau auf die gleiche Art und Weise. Ecke Hansa, der Ball trudelt Orhan Aslan vor die Füße, und der trifft aus knapp sieben Metern ins linke Eck zum Ausgleich. 1:1!

Hoffnung selbst noch in der Pause auf den ersten Pokalsieg einer 1. Herrenmannschaft Hansas seit einer gefühlten Dekade! Was dann aber folgte ist schnell erzählt und verhagelte mir das Wochenende vollends. Elfmeter! Für Wilhelmsruh! Und was für eine Vorgeschichte dazu. Eine Kerze mit in der Spitze gefühlten 30 Metern Höhe vor dem Hansa-Sechzehner wird von allen ignoriert… außer einem Concordia-Spieler, der sich trotz gegenteiliger Meinungen nicht im Abseits befand. Dieser konnte den Ball in Seelenruhe annehmen und stiefelte allein auf Haberecht zu, dicht gefolgt von Borchert. Und da unser Jungspund Jesko gnadenloses Vertrauen in die Elferkiller-Fähigkeiten unseres Torwarts hat, säbelte er lieber den Spieler um, bevor es zum Tor-Abschluss kam. Drin! 2:1!

Kurios ebenso das 3:1: Haberecht kommt aus seinem Tor und läuft einem „Pass-in-die-Tiefe“ entgegen, erwischt den Ball auch vor dem Wilhelmsruher Stürmer und schlägt ihn aber genau einem weiteren Concorden in die Beine. Dieser kann leider unbedrängt den Ball annehmen, da sich kein Hanseat in der Nähe befindet und hebt ihn gefühlvoll aus ca. 40 Metern über unseren verdutzten Torwart in die Maschen. Auf das 4:1 für Wilhemsruh möchte ich aus Rücksichtnahme auf die beiden Protagonisten hier nicht weiter eingehen, da sie durch Ihre Unaufmerksamkeit schon genug gestraft wurden.

Positives? Jau, gibt es noch: Kökyaprak hätte beinah zwischenzeitich das 3:2 erzielt und wer weiss wie das Spiel dann geendet hätte (siehe oben Hoffenheim gegen Bayern). Außerdem versuchte Hansa bis zum Schluss noch mit wehenden Fahnen unterzugehen und erzielte sogar noch durch Immler das 2:4 – wieder nach einer Ecke. Was bleibt ist ein Saisonbeginn, der nicht Lust auf mehr macht und folgende Erkenntnis für unsere Hansa-Recken der I. Herren:

„Genau die Kraft, die gefehlt hat, um einen Sieg zu erringen braucht man, um eine Niederlage zu verkraften.“

Hoffen wir auf das erste Punktspiel bei Al-Kauthar und damit einem doch noch gelingendem Saisonauftakt.

Aufstellung: Haberecht – Strzoda, Karayel, Borchert, Kökyaprak – Engel, Wichmann, Akdogan, Duman (55. Perlich (57. Meiser)) – Aslan – Immler.

Tore: 1:0 (35., Becker), 1:1 (40. Aslan, Rechtsschuss, Vorarbeit Engel), 2:1 (55., Höricke), 3:1 (65. Tafere), 4:1 (75., Thormann), 4:2 (85., Immler, Rechtsschuss, Aslan).

Karten: Borchert und Akdogan (beide gelb, beide Foulspiel).

Unglücksrabe des Spiels: Maik Perlich, der zwei Minuten nach seiner Einwechslung umknickte und umgehend durch Meiser ersetzt werden musste. Auf diesem Wege gute Besserung, Maik.

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One Response to Wann wird’s mal wieder richtig Fußball…

  1. roman sagt:

    drauf geschissen leute, einmal noch schlafen und dann gehts endlich wieder los….
    punkte holen in der meisterschaft
    FREUNDSCHAFT HIN…

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