17. Spieltag: DJK Roland Borsigwalde – FSV Hansa 07 II 3:0 (3:0)

Worthülsen und Phrasenschweine gibt es genug im deutschen Fußball. Meist ist der Zuhörer nach einem Interview mit einem Spieler oder Trainer keinen Deut schlauer als vorher. Aber die Journalie stellt auch in schöner Regel die beknacktesten Fragen, die man stellen kann. Doch ab und an haut ein Fußballhirn überraschend einen Satz raus, der dann so richtig knallt, an Wahrheit und Einfachheit kaum zu überbieten ist, die Situation besser nicht beschreiben kann.

So war es einst Andy Brehme, dem der unendlich großartige Satz gelang:

„Haste Scheisse am Fuß, haste Scheisse am Fuß!“

Der Geist dieses Satzes spukt gerade durch das Fußballspiel der Hanseaten. Jeder noch so kleine Fehler wird sofort und umgehend bestraft.

Die Defensive galt es zu stabilisieren, denn in den letzten drei Spielen hatte es Gegentore wie Hänchenschenkel im Schlaraffenland gehagelt. Die Elf wurde etwas umgestellt und eine Doppelsechs vor der Abwehr sollte gegen diesen hervorragenden Gegner für mehr Sicherheit sorgen. Kompakt in der eigenen Hälfte stehen war die Devise, Ballsicherheit und Ruhe im Spielaufbau die Marschroute. Ganze acht Minuten hatte der Plan bestand, dann passierte der erste Fehler und Andy Brehme trat in Erscheinung. Ein zu lascher Querpass von Ian Altmann, kurz vor der Mittellinie, landete im Fuß eines Gegenspielers, der mit Tempo Richtung Hansa-Sechzehner lief, einen Pass in die Gasse spielte, wo Ben Fischer etwas zu spät kam und schon wars passiert. Erster Fehler, erstes Gegentor!
Hansa setzte den ursprünglichen Plan aber konsequent fort. Borsigwalde war eindeutig feldüberlegen und spielerisch besser, kam gegen die gute Definsivarbeit der Hanseaten aber kaum an. So entwickelte sich ein interessantes, aber höhepunktarmes Spiel. Die Entscheidung fiel dann doch noch vor der Pause durch zwei Standards. Erst wickelte sich der Topscorer der Liga Gültepe um Ben Fischer und erzwang so einen Freistoß, den er im Anschluß wunderbar in den Winkel zirkelte. Kurz vor dem Halbzeitpfiff ging selbiger Spieler dann auch noch bei einem Kopfballduell im Strafraum zu Boden, was der allgemein etwas kleinlich pfeifende Referee als Foul wertete und auf den Punklt zeigte. So stand es 0:3 obwohl Borsigwalde eigentlich gar keine Torchance besessen hatte.
Um noch eventuell etwas zu retten, stellte Hansa in der Halbzeit um, löste die Doppelsechs auf und brachte eine zweite Spitze. Das Bild blieb jedoch das Gleiche. Borsigwalde mit der reiferen Spielanlage, aber auch mit wenig Ideenreichtum. Hansa beschränkte sich mehr aufs Verteidigen um hinten nun nichts mehr anbrennen zu lassen. Die Aufreger der zweiten Fünfundvierzig beschränkten sich dann auf einen nicht gegebenen Elfmeter für Borsigwalde, der eher einer war, als der Gegebene zuvor, ein Hansa-Tor in Folge eines Freistoß, das wegen angeblicher Abseitsstellung ebenfalls keine Anerkennung fand und einige kleine verbale Scharmützel, die aber keine größeren Auswirkungen auf den fairen Gesmanteindruck hatten.

So endete das Spiel wie die davor auch – mit einer Niederlage gegen einen Gegner, der zwar etwas besser war, aber nicht gleich um drei Tore besser! Hansa hat noch viel Arbeit zu leisten, will man in der kommenden Saison das Erbe von Roland Borsigwalde anteten.

Aufstellung: E.Selk – Wegerhoff, Kohl, Fischer, Lauer – Leclaire, Altmann,H.Bektas, Emmerling, Hoss – E.Kahraman

Tore: 1:0 (8.), 2:0 (27.,dir. Freistoß), 3:0 (41.,FE)

Karte/n: E.Selk (gelb/Verbalattacke gg. Gegner)

Spieler des Spiels: Aus einer ordentlichen Mannschaftsleistung fiel keiner ab, ragte aber auch niemand heraus.

[ratings]


 

One Response to Was Andy Brehme schon wusste

  1. Rico sagt:

    …Mhm…..Hähnchenschenkel….

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