5.Spieltag: FSV Hansa 07 II – BSV 92 II 3:2 (1:1)

Nach drei Spielen ohne Sieg und zwei Unentschieden auf heimischem Geläuf reiste der Spitzenreiter an, um sich nun bei Hansa vorzustellen. Die Gäste hatten am vergangenen Wochenende in Hohen Neuendorf verloren, wo die Hansaeaten zum Saisonauftakt gewonnen hatten. Auf Grund dieses Umstandes war man sich im Hansa-Lager sicher »da geht was!«.

Den Kickern aus dem Wrangelkiez fehlte mal wieder fast ein komplettes Team (P. und J. Kohl, Tucic, Linke, Schumann, Ellner, Kahraman, Kreischer, Rehwinkel, Strauss), aber trotzdem standen 15 Namen auf dem Spielberichtsbogen. Neben den von der 1.Mannschaft bereits letzte Woche rekrutierten Cengiz Yücel und Toni Jaschke, tauchten dieses Mal mit Mustafa Coban und dem dänischen Neuzugang Bo Brandt Stisen zwei weitere neue Namen in der Historie der Zweiten auf.

Feinstes Wetter, ein Tabellenführer, der ganz entspannt erst 15 Minuten vor Anpfiff zum Warmmachen rauskam und die Aussicht auf ein Fußballfest beim anschließend stattfindenden »Amateurspiel des Monats« der Ersten, gaben den Hanseaten ein gutes Gefühl.

»Seht da, das Plakat. Not in my House!« Schröder hält hinten dicht.

Und so begannen sie die Partie auch couragiert und versuchten den Gegner durch frühes Stören zu langen, unkontrollierten Bällen im Spielaufbau zu zwingen. Hansa startete besser, wirkte passischer und unaufgeregt. Die Gäste aus Wilmersdorf benötigten eine Viertelstunde um im Spiel anzukommen, wobei sich schnell zeigte, dass sie im Sturmzentrum mit Aljoscha Fuchs einen sehr guten und gefährlichen Mann in ihren Reihen hatten. Meist über die rechte Seite kommend hatten Laszlo Strzoda und Andreas Selk alle Hände und Füße voll zu tun mit dem durchsetzungsstarken Stürmer. Das Spiel war intensiv, aber höhepunktarm. Der insgesamt gut leitende Schiedsrichter pfiff oft, was viele Freistöße aus dem Halbfeld zur Folge hatte, die aber nie für Gefahr sorgten. Mitte der ersten Halbzeit zog Hansa das Tempo wieder etwas an und vorallem die linke Seite mit Andreas Selk und Mustafa Coban erhöhte die Betriebstemperatur. In der 31.Minute wurde Andreas Selk von Roman Emmerling – durch die Gasse – auf die Reise gen Strafraum geschickt. Der Linksverteidiger behauptete sich im Eins gegen Eins, zog zur Grundlinie und passte dann in den Rücken der Abwehr, wo André Hoss richtig gelaufen kam, den Ball direkt mit der Innenseiten nahm und aus acht Metern dem Towart durch die Beine servierte. Führung Hansa. Ein schön herausgespielter Treffer. Jetzt war das Selbstvertrauen der Gastgeber nicht nur spür-, sondern auch greif- und erkennbar. Der BSV fand nun kaum mehr statt und hatte Mühe sich zu befreien. So führte diese Überlegenheit beinahe zum 2:0, doch André Hoss blieb der Doppelpack verwehrt, als er allein vor dem Torwart auftauchte, aber an diesem scheiterte (41.). Hansa blieb dran, doch dann geschah, was im Fußball eben so geschieht, wenn Teams gute Stürmer haben. Ein Angriff der Heimmannschaft über die rechte Seite wurde abgefangen, der BSV befreite sich mit einem Pass die Linie lang, der, nach dem er die sich behakelnden Pascal Meiser und Gegenspieler links liegenlies, bei bereits genannten Aljoscha Fuchs landete. Dieser setzte dem Ball nach, gewann das Duell gegen Laszlo Strzoda an der Außenlinie und plötzlich befand sich Andreas Selk vor dem Tor alleine in einer Eins-gegen-Zwei-Situation. Fuchs passte auf Schröder und der netzte am chancenlosen Bruderpaar Selk vorbei ein – der Ausgleich kurz vor dem Pausenpfiff.

Ärgerlich, resümierte der Trainer in der Halbzeitansprache, dass der Ausgleich gefallen war, aber summasummarum hielt er einen Hansasieg für sehr wahrscheinlich, wenn es gelingen würde, die Konzentration hochzuhalten.

Die zweite Hälfte begann ausgeglichen und wieder mit vielen, kleinen Fouls. Erst musste Hansa-Keeper Enrico Selk Kopf und Kragen riskieren um an der Strafraumgrenze zu klären, aber der Schiedsrichter entschied auf Freistoß BSV, doch der brachte trotz aussichtreicher Position nichts ein außer Gelb für den Torwart. Das nächste Foul ereignete sich fast an der Eckfahne auf der linken Hansa-Angriffsseite. Cengiz Yücel legte sich den Ball zurecht, zirkelte die Freistoßflanke an den langen Pfosten, wo Roman „Air“mmerling in der Luft stand und aus drei Metern einköpfte (54.). Erneute Hansa-Führung.

Ein Haufen Freude delivered by Stone (C)old Frank Angel

Das Spiel blieb ausgeglichen, aber wirkliche Gefahr erzeugten nur die Hausherren. Kurz hintereinander scheiterte Toni Behrendt mit Schussversuchen erst an einem Abwehrbein (61.), dann an der Position des Tores (64.). Es blieb spannend und kurz darauf betrat Frank Engel das Geschehen für den etwas glücklosen Toni Jaschke. Die Minuten verrannen und der Noch-Tabellenführer fand kein Mittel die Hansadefensive zu knacken. Ein erneuter Pfiff des Unparteiischen in der 80.Minute ermöglichte Hansa einen Freistoß, 23 Meter zentral vor dem Tor. Frank Engel nestelte am Ball herum, streichelte ihn in die richtige Lage, betrachtete die Situation, wartete den Pfiff ab, und schickte den Ball mit Gefühl und ausreichend Tempo über die Mauer. Der BSV-Torwart sah den fliegenden Schrecken nahen und versuchte noch drei, vier zusätzliche Zentimeter aus seiner Armlänge rauszuholen, doch vergebens. Der Ball schlug zum 3:1 im Netz ein – Knock Out!?!

Die BSV-Spieler führten das Anspiel aus und 20 Sekunden später bekamen sie einen Eckball zugesprochen. Dieser segelte an den langen Pfosten wo Andreas Selk seinen Gegenspieler aus den Augen verloren hatte und *schwupps*, da waren die Gäste wieder – 2:3 (81.).

Auch abseits des Platzes überschlugen sich die Ereignisse. Die »Ultras« hatten aus Frust über das Verbot von Pyrotechnik begonnen mit Nüssen zu experimentieren, was zur Folge hatte, dass sich Tim K. durch zu intensives Erproben der Cashewkernnasenkatapulttechnik krankenhausreif schnupfte und Kapitän Roman Emmerling so auf dringendes Bitten von »Ultra-Vorstand« Claudia K. in der 82.Minute den Platz verlassen musste.

Doch auch ohne ihren Kapitän führte die Mannschaft die Hansa-Kogge ruhig in den Hafen des Sieges, wo sie freudig und laut jubelnd begrüßt wurde.

Fazit: Mit der besten Saisonleistung verdiente sich Hansa endlich den ersten Heimsieg im dritten Anlauf. Ein Dank an die Gäste für ein spannendes und faires Match.

Aufstellung: E.Selk – A.Selk, Strzoda, Hoffmann, Meiser – Coban (85.Lauer), Behrendt, Emmerling (82.Giese), Yücel – Hoss, Jaschke (69.Engel)

Tor/e: 1:0 Hoss (31.,Rechtsschuss,A.Selk), 1:1 Schröder (43.,Rechtsschuss), 2:1 Emmerling (54.,Kopfball,Yücel), 3:1 Engel (80.,Linksschuss,dir.Freistoß), 3:2 Rösicke (81.,Kopfball)

Karte/n: Jaschke (gelb/Foulspiel), E.Selk (gelb/Handspiel)

Spieler des Spiels: Anthony Behrendt, der sehr engagiert agierte und trotz kleiner Fehler und mangelnder Puste bis zuletzt auf die Zähne biss, sich Chancen erarbeitete und defensiv sehr präsent war.

(Ab)Gekämpft bis zum Schluß und die Lorbeeren verdient: Anthony Behrendt.

[ratings]

 

10 Responses to Wie das Wetter, so der Fußball: Hanseatisch schön.

  1. roman sagt:

    Sehr schön…

    Korrektur:
    1. es handelte sich um ein cashewkern und keine erdnuss. dieser wurde erfolgreich aus Tims Nasenreich entfernt. Eltern und Kind geht es gut!
    2. den Pass auf Herrn Selk zum 1-0 hab, so weit ich mich erinnern kann, ich gespielt…

    weiter machen, leute, macht mächtig spass mit euch

  2. marc sagt:

    @roman: ist korrigiert und ohne »ultras« wär hier gar nix los.

  3. McBain sagt:

    Wirklich starke Partie von allen.
    Hat einfach Spaß gemacht.

    @Toni: Weiter so!

  4. Hoffel sagt:

    Eine starke Mannschaftsleistung, macht mächtig Laune! Auch stark der Warriorsupport danach bei der Ersten. Ein super Hansa-Sonntag.

    @Tony
    Siehste, läuft alles!

  5. Toni sagt:

    Danke Jungs…Puste kommt noch und Fehler werden abgestellt…aber danke für die Lorbeeren, mit denen wurde nicht gerechnet. Für mich Schröder und Pauli ganz stark.

  6. schröder sagt:

    Sauber jungens! So gehts jetzt mal schön weiter. Freu mich aufs training dienstag. Bärenstark in der zweiten halbzeit tony! Verdiente lorbeeren. Und sorry nochmal wegen des ausgleichs. Kommt auch nich mehr vor.
    @roman: Schön das es dem kleinen ultra wieder gut geht

  7. Jules sagt:

    Gratulation zum Sieg gegen mein Ex-Team, aber vor allen Dingen Dank an die besten Fans der Welt!!

  8. dobermann sagt:

    @Marc:schönes Ding.
    @Truppe: auch n schönes Ding
    @Ultras: Sniefen ist ungesund…wehret den Anfängen…man weiß ja wo es hinführt…heute Cashnew morgen Kotti…dann doch lieber zündeln wie Breno…da ham dann alle wat von 😉

    Ich bin erstmal weg…haut rein ihr Kiez-Kicker

  9. timtim sagt:

    Glückwunsch Leute und Glückwunsch Tony! Schon die Größten sind mal an der „Position des Tores“ gescheitert 🙂

  10. Schröder sagt:

    3, Korrektur: der Schröder bittet darum seinen fast vergessenen Nachnamen richtig geschrieben zu sehen.

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