13. Spieltag: FSV Hansa 07 – 1. FFV Spandau 1:3 (1:1)

Auf dem Wunschzettel von Trainer und Mannschaft stand nur ein Wort: Heimsieg. Und somit nichts, was Eltern früher mit einem „Wünsch’ dir doch lieber etwas Richtiges“ quittiert hätten. Der Wunsch, zum fünften Mal hintereinander drei Punkte zu holen, war nicht bescheiden, aber auch nicht überraschend. Viel schlimmer: er war absolut realistisch.

Am dritten Advent traf in der Wrangelritze der Tabellensechste aus Kreuzberg auf den Tabellensiebten aus Spandau. Eine Begegnung, die Spannung versprach. Allein die Anwesenheit eines richtigen Schiedsrichters ließ festliche Stimmung aufkommen. Manch’ eine Spielerin wähnte sich, ob dieser ungewohnt guten Vorzeichen, schon beim Schneemannbauen mit dem Kaiser: „Ja, gut, äh, is’ denn heut’ schon Weihnachten?“

Dass das Spiel alles andere als ein Wunschkonzert werden würde, war mit dem Ertönen des Anpfiffs klar. An diesem Sonntagvormittag hatte kein Team etwas zu verschenken – nur zu holen. So starteten beide Mannschaften mit viel Schmackes in die Partie. Bereits in der 3. Spielminute verhinderte Torwärtin Keese den früheren Gegentreffer. Ab dann stand Hansas Abwehr um Kaapcke und Trzewick souverän und sicherte Hansas Aktionen nach vorne ab, die mit jedem gelungenen Pass besser wurden. Routiniert spielte Wegerhoffs Team seinen Offensivdrang über die Außen Skog und Drouin, das Dreieck Weis-Messow-Behre und Stürmerin Ahlrichs aus. Wenn auch glücklos. Spandaus Nummer 1 pflückte mehrmals den Ball von Ahlrichs Füßen.

Anders in der 26. Minute, als Behre einen hohen Ball von Skog ins rechte obere Tor-Eck zum 1:0 verwandelte. Hansa freute sich über den verdienten Treffer, verpasste allerdings gleichzeitig, die prekäre Führung schnellstmöglich auszubauen. Was sich nur fünf Minuten später rächen sollte: Ecke Spandau. Hansas Torwärtin Keese verließ den Kasten, verpasste jedoch den Ball und musste so dabei zusehen, wie Spandaus Angreiferin blindlings per Hinterkopf traf.

unmissverständlich

Doch die Hanseatinnen ließen nicht nach. Über Skog und Drouin kam Hansa noch vor der Halbzeitpause zu ein, zwei veritablen Chancen. Die Ansprache des Trainers in der Kabine – unmissverständlich. Er entschied sich außerdem dazu, umzustellen.

Behre sollte sich noch mehr als bisher in der Offensive einschalten, Messow ihre Defensivposition übernehmen.

Nur eine Minute nach Wiederanpfiff dann direkt die Möglichkeit zum 2:1: Behre fängt einen Einwurf Spandaus ab und köpft ihn Stürmerin Ahlrichs direkt in den Lauf. Wieder ist es Spandaus Torwärtin, die sich als souveräner Rückhalt erweist. Oder aber nur dabei zusehen muss, wie Hansa hundertprozentige Chancen vergibt.

Was wiederum Spandau dazu ermunterte, mit noch mehr Willen und Engagement das bis dahin völlig offene Spiel für sich zu entscheiden: In der 57. Minute setzt sich Spandaus Stürmerin gegen Trzewick und Pracht am rechten Rand des Sechzehners durch. Aus der Flanke wird ein Torschuss. Und das 1:2 für die Gäste.

Hansa stellte noch einmal um: Behre rückte in die Spitze, Drouin von rechts ins offensive Mittelfeld. Doch alles nützte nichts. Spandau hatte auch einen Wunschzettel geschrieben und wollte die drei Punkte am Ende mehr als die Gastgeber. Drei Minuten vor Schluss wusste Spandau eine Unsicherheit in Hansas Abwehr für sich zum 1:3 Endstand zu nutzen.

Selbst nach diesem Treffer versuchte Hansa – allen voran Alice Drouin -, das Spiel noch einmal spannend zu machen. Musste sich am Ende aber doch geschlagen geben.

Ein Fazit? Diese Niederlage ist für die Mannschaft wie Socken zu Weihnachten: man wünscht sie sich nicht und kriegt sie trotzdem.

Und irgendwann ist man vielleicht sogar froh, sie bekommen zu haben.

In diesem Sinne: fröhliche Weihnachten.

Aufstellung: Keese, Pracht, Kaapcke, Trzewick, Cooke (59. Schiffler) – Weis (71. Vogel), Behre, Messow – Skog, Drouin, Ahlrichs (74. Feldt)

Tore: Behre , 1:0, 26. Min.; 1:1, 31. Min., 1:2, 57 Min., 1:3, 87 Min.

Spielerin des Spiels: Alice Drouin, die auf dem Feld mit ihrer starken Leistung und mit ihrer Ansprache in der Halbzeit gezeigt hat, dass sie dieses Spiel gewinnen wollte.

(Johanna B.)

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3 Responses to Wie Socken zu Weihnachten

  1. Daniela sagt:

    Hach je… *tiefer Seufzer*
    Aber *mit sich aufhellender Miene* nächstes Weihnachten gibt´s dann wieder eine dekorative Delphinskulptur. That´s for sure.

  2. Jensei sagt:

    Ihr seid die Besten und Schönsten, auch wenn ihr verliert (wurd ja langsam wieder Zeit, muhahaha!) feiert und rutschet schön! Bis nächstes Jahr. Dann komm ich wahrscheinlich schon mit Brüll Verstärkung…

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