14. Spieltag (Ü32): FSV Hansa 07 – Weißenseer FC 7:1 (1:0)

Winter vorbei – endlich wieder ein Punktspiel! Mit viel Vorfreude gehen die Senioren auf den Ausweichplatz an der Wiener Straße. Wobei der Elan dann auch gleich wieder zu verpuffen droht. Kein Schiri, kein Anpfiff, die Winterpause zieht sich noch einige Minuten länger hin. Der Gegner aus Weißensee kann aus Personalmangel keinen Schiedsrichter stellen, deshalb übernimmt Sven den undankbaren Job, fordert beide Teams zu Fairplay auf und dann endlich Anstoß. Obwohl die Hanseaten sich mit regelmäßigem Hallentraining über die spielfreie Zeit fit gehalten hatten, will in den ersten Minuten kaum was gelingen, Weißensee übernimmt die Initiative, ohne jedoch zu Torchancen zu kommen. Nach etwa zehn Minuten ändert sich das Bild, die Heimelf kommt nun besser ins Spiel und nach und nach auch zu Möglichkeiten. Die erste richtig gute bringt dann auch gleich die Führung, Markus schaltet den Turbo am linken Strafraumeck ein, zieht am Gegenspieler vorbei und den Ball scharf vors Tor, direkt an das Bein eines Abwehrspielers, der dem eigenen Torwart keine Chance lässt. Die Führung bringt mehr Sicherheit, Hansa attackiert früh, lässt im Mittelfeld keinen Raum, so dass der Gegner den Ball wiederholt nur nach vorne schlagen kann. Eigene Chancen bleiben jedoch vorerst ungenutzt, Michaels Versuch aus der Distanz geht knapp drüber, Markus scheitert mit einem strammen Schuss am guten Gästetorwart. Spiel beherrscht, Führung zu knapp, Halbzeit.

Nach dem Wechsel präsentieren sich die Senioren dann umso effizienter. 50. Minute: Markus vollstreckt aus acht Metern mit einem strammen Schuß ins Eck. Nur fünf Minuten später schlägt Ufuk eine Bogenlampenflanke in den Strafraum, der Ball prallt gegen die Latte, Jörn braucht nur noch Danke sagen und nickt ein. 3:0 – allet tutti! Totti? Ja, was macht der eigentlich? Bislang sicher bei einigen, wenigen Flanken in den Strafraum, setzt er nach Rückpass nun zu einem seiner mehr berüchtigt als berühmten Torwartdribblings an, verdaddelt die Pille, der Weißenseer Stürmer schiebt ein. 3:1 – der Gegner wittert noch mal Morgenluft. Die geht aber schnell aus. Hansa übernimmt wieder das Kommando, schöner Ball von rechts in den Strafraum, Axel („Atze“) steht völlig blank, ruft „Creo!“ – das ist spanisch und bedeutet „Ich glaube!“ – und zimmert den Ball mit rechts in den Winkel. Der gegnerische Torwart will „Leo“ gehört haben, rennt wild fuchtelnd über den halben Platz auf Ersatzschiri Sven zu und macht wie seine Teamkollegen ordentlich Rambazamba. Der Treffer war völlig korrekt, zur Thematik unten noch ein paar Infos. Leider kippt die Stimmung jetzt, Weißensee setzt Frust in Fouls um, Schmährufe an der Wiener Straße. Aber Kampfgeist und auch Kondition der Gäste sind nun nicht mehr vorhanden. Der Rest deshalb im Tickerstil: 75. Minute, Schuss vom linken Strafraumeck, der Torwart lässt nach vorne prallen, Sam – inzwischen für Markus im Spiel – schiebt ein. 80., Steilpass von Michael halbrechts auf Marcello, der nimmt Maß und netzt ins linke Eck ein. 82., Mario setzt sich im Strafraum schön durch und vollendet ebenfalls flach ins linke Eck. Fazit: Rückrundenauftakt gelungen, endlich konnte Hansa spielerische Überlegenheit in Tore umsetzen.

Tore: 1:0 (30.) Eigentor, 2:0 Markus (50.), 3:0 Jörn (55.), 3:1 (60.), 4:1 Axel (70.), 5:1 Sam (75.), 6:1 Marcello (80.), 7:1 Mario (82.)

Aufstellung: Totti – Ali, Jürgen, Mark – Marcello, Michael – Mario, Axel, Ufuk – Jörn, Markus (65. Sam)

 

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„Liebe Sportkameraden,
ich möchte an dieser Stelle einmal ein Thema aufgreifen, welches in der letzten Zeit sehr häufig auf dem Spielfeld diskutiert wird.
Das Täuschen eines Gegenspielers.
Das verbale Täuschen eines Gegenspielers durch Rufen ist nach der Regel 12 ein unsportliches Vergehen und wird mit einer Verwarnung und einem indirekten Freistoß geahndet.
ABER!!!!
Das Täuschen durch z.B. „Eins“, „Leo“, „Lass durch“ usw setzt voraus, dass sich dieser Täuschungsversuch gegen den Gegenspieler richtet , um ihn absichtlich am Erreichen des Balles zu hindern.
Wenn ein Abwehrspieler seinem eigenen Vordermann durch das Rufen von“Eins“ signalisiert, dass er besser postiert ist , um den Ball spielen zu können und sich kein Gegnspieler in unmittelbarer Nähe befindet, so ist das nicht als Täuschung zu werten.
Ebenso verhält es sich beim Torwart, welcher sich beim Eckball durch rufen bemerkbar macht.
Macht er das bei einem Stürmer, der daraufhin den Kopf einzieht, so ist das ein unsportliches Vergehen.
ALSO,
Im Regelheft steht mit keiner Silbe, dass „Eins“, „Leo“ oder „Lass durch“ verboten ist.

Vielleicht trägt ein solcher Beitrag zum besseren Verständnis bei und man kann auch weiterhin bei unklaren Regelauslegungen auf diesem Wege viele Missverständnisse ausräumen. Ich bzw. Holger Bitzer stehen da gerne Rede und Antwort. Bei regeltechnischen Fragen stehe ich gerne unter der bekannten E-Mail-Adresse zur Verfügung.

Mit sportlichen Grüßen
Frank Reichel
Schiedsrichterobmann

 

3 Responses to Wiener Schmäh

  1. marcello sagt:

    ach so, „creo“ also. als nicht-spanier kann man das schnell falsch verstehen…..

  2. christian sagt:

    was ist eigentlich wenn man einen „leo“ als mitspieler hat? muss der schiri dann immer im einzelfall bewerten ob a) man den gegner täuschen wollte, b) nur seinen mitspieler rief oder c) erlaubterweise seinem mitspieler einen hinweis gab?

    glückwunsch zum deutlichen sieg!

  3. marc sagt:

    Der »Gefüh« kam zur Halbzeit und da wollten die Señores dem Vorstand doch mal zeigen, was sie so drauf haben. Axels Creo-Tor wunderbar, die Konter gegen Ende über rechts, barcelonesk. Jetzt dranbleiben!

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