21. Spieltag: BSC Marzahn II – FSV Hansa 07 II 5:0 (0:0)

Was haben wir schon für Vergleiche bemüht? Von letzten Löchern, aus den gepfiffen wird. Vom dreckigen Dutzend war die Rede. Den Last-Men-Standing. Von neun Hanseaten, die sich an den Ufern des Müggelsees einer Übermacht von Gosenern stellten. Theatralik. Drama. Tragödie.

Hansa am Boden. Eine Verletztenliste lang wie der Abspann eines Blockbusters. Und dann auch noch das: Die Hauptrolle (Der Kapitän) winkt bei der Generalprobe ab. Geht nicht! Die Zweitbesetzung kann den Text nicht richtig. Hat seit Monaten nicht mehr geübt und kommt bereits nach 20 Minuten so richtig ins Schleudern. Der Souffleur am Bühnenrand versucht alles, es hilft nicht. Die weibliche Hauptrolle ist solide besetzt. Besticht nicht nur durch langes Haar, sondern auch durch eine schnörkellose, geradlinige Darstellung. Meist ganz Hinten, der spargellange Hans. Auch er mit einer soliden, bis nahzu guten Vorstellung. Der Rest der Staffage glänzt weniger. An den Seiten drängen sich vier Gestalten, deren Rolle während der gesammten Aufführung nicht ganz klar wird. Zu zögerlich, zu verunsichert, wackelig auf den Beinen. Im Zentrum der Bühne geschieht eher weniger, obwohl, so kann man das nicht sagen. Eigentlich passiert sehr viel, aber zumindest nichts Gutes. Geschafft, irgendwie ist man doch froh, dass Pause ist.

Nach der Unterbrechung nimmt die Tragödie ihren Lauf. Die Hanseaten erliegen dem Ansturm der Marzahner. Der spargellange Hans eröffnet mit einer Slapstick-Nummer, das Publikum applaudiert, das Drama beginnt. So lustig wie eben wird es nicht mehr werden. Sehr linkslastig das Ganze. Auf der rechten Bühnenhälfte bilden sich Wollmäuse. Die Besetzung wechselt, aber mehr wechselt auch nicht. So plätschert das Stück dem Ende entgegen. Man meint das Publikum runterzählen zu hören: 5, 4, 3, 2, 1 … aus. Meine Güte, es ist vorbei. So muss sich Frodo gefühlt haben, nach dem der Ring vernichtet war. Unendlich erschöpft und sich sicher, so was nicht noch mal erleben zu wollen. Die Kritiker sind verwirrt. Nicht mal ordentlich zerreisen kann man die Aufführung. Zu schwach besetzt.

Tja, und nach über zwei Wochen, da hat man sogar fast die Namen vergessen, die in dem Stück mitgewirkt haben.

Besetzung: E. Selk – Kreischer, P. Kohl (65. Engel), Meiser, Ellner – Netz, Hubmann, Schumann, Strauss – Kahraman (75. Hoffmann), Hoss

Akte: 1:0 (46.), 2:0 (67.), 3:0 (72.), 4:0 (77.), 5:0 (78.)

Karte/n: zu teuer

Main charakter: Pascal Meiser, als Bloody Mary.

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4 Responses to You can’t always want what you get

  1. Toni sagt:

    Wer hat das 5:9 gemacht? Ist echt lange her…

  2. Pascal sagt:

    Hmm, dass ist ja mal ne Auszeichnung, die ich gerne gegen 3 Punkte eintauschen würde… Vielleicht beim nächsten Mal im Frauenteam? 😉

  3. Pascal sagt:

    Ach ja, Trainer: auch wenn es schon eine Weile her ist und ich verstehen kann, wenn man das Trauerspiel schnell vergessen will, hier ein paar Korrekturen zur Aufstellung: Ellner statt Helleberg rechts hinten, Strauß statt Ellner im rechten Mittelfeld…

  4. marc sagt:

    Danke, Pascal. Mein Hirn hat versucht alles zu verdrängen.

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