Von Detlef Oßenkopp

Unser Ehrenmitglied Günter König ist am 6. September 2015 völlig überraschend verstorben.

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Günter König war von 1975 bis 1989 Bezirksstadtrat für Jugend und Sport im Bezirk Kreuzberg und von 1989 bis 1993 Bezirksbürgermeister.
Sein Engagement für die Kreuzberger Sportvereine, insbesondere für den Jugendsport, möchte ich an dieser Stelle besonders würdigen. An den Wochenenden ist er immer von seiner Wohnung in der Blücherstraße zu den umliegenden Sportstätten im Bezirk gepilgert und hat sich die Jugendspiele des BFC Südring in der Lobeckstraße, die der Berliner Amateure in der Körtestraße oder von Eintracht/Südring in der Gneisenaustraße angesehen. Die „Wrangelritze“ war ihm dann wohl doch zu weit weg, aber er kokettierte gerne damit, dass er noch immer den Jugend-Spielerpass von Hansa 07 besitze. Gesehen habe ich den aber nie. Zu seinem 50. Geburtstag (1983) habe ich ihn quasi zwangsweise zum Ehrenmitglied der FSV Hansa 07 ernannt. Ich glaube inzwischen, dass Günter König wahrscheinlich in allen Kreuzberger Sportvereinen Ehrenmitglied war.
Ihm war ein besonderes Anliegen, die Jugendspieler aus den Vereinslokalen rauszuholen. Damals war es üblich, dass sich die Jugendmannschaften in den Vereinslokalen trafen, um zu den Auswärtsspielen zu fahren. Das hat ihm gar nicht gefallen und er hatte damit begonnen, nicht mehr benötigte bezirkseigene Immobilien und Räumlichkeiten den Sportvereinen als Jugend- bzw. Vereinsräume zur Verfügung zu stellen. So kam der BSC Eintracht/Südring zu seinem „Willi-Boos-Heim“ an der Baerwaldstraße. Den Berliner Amateuren wurde ein Teil des Umkleidegebäudes auf dem Körteplatz zum An- und Ausbau überlassen und auch der BFC Südring durfte sich einen Jugendclubraum auf dem Lobeckplatz ausbauen.  Natürlich sind auch die Vereinsräume von Hansa 07 sein Werk (und das des damaligen Volksbildungsstadtrates Waldemar Schulze). Leider gehört ja der große Versammlungsraum nicht mehr dazu.
Aber nicht nur die Fußballer profitierten von seinem Einsatz. In der Böcklerstraße wurde ein ehemaliges Jugendwerkheim zum „Haus des Sports“ umgebaut. Hier waren anfangs noch zwei Skatclubs untergebracht. Jetzt sind hier Radsportler und vor allem der Schachclub Kreuzberg zu Hause. In der Fürbringerstraße hat die DLRG, die im Baerwaldbad Kindern das Schwimmen beibringt, Räume zur Nutzung erhalten. Und nicht zuletzt sind die Turn- und Handballvereine in der Flatow-Sporthalle mit Vereinsräumen bedacht worden. Heutzutage, nach bald 30 bis 40 Jahren, wissen viele Vereine das wahrscheinlich nicht mehr zu würdigen, weil es inzwischen so selbstverständlich ist. Dabei wäre das, was Günter König damals umgesetzt hat, in der heutigen Verwaltungslandschaft so gut wie unmöglich.
Der Kreuzberger Sport hat ihm viel zu verdanken.
Detlev Oßenkopp
siehe auch: http://cansel-kiziltepe.de/nachruf-auf-guenter-koenig/

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