24. Spieltag: Fortuna Pankow – FSV Hansa 07 0:1 (0:1)

Es gibt Fußballspiele, die sind einem irgendwie peinlich. Nicht richtig schlimm peinlich, weil man zum Beispiel desolat untergegangen ist und sich die TeamkollegInnen daneben benommen haben. Nein, sondern nur so ein klein wenig peinlich, eher subtil, weil man nämlich irgendwie das Gefühl hat, dass man mit dem Ergebnis ziemlich gut bedient ist. So ein Spiel hat die „Erste“ heute bei Fortuna Pankow abgeliefert.Die Konstellation versprach ein Fußballfest: Auf der einen Seite Tabellenführer Hansa, mit der Euphorie des Sieges gegen Tur Abdin im Spitzenspiel der letzten Woche ausgestattet. Auf der anderen Seite die Fortuna aus Pankow, die nur durch einen Sieg ihre geringen Aufstiegschancen wahren kann. Und es ging auch gleich gut los: Schon nach rund 40 Sekunden tankte sich ein Fortune durch die Hansa-Abwehr und schoss den gut verkürzenden Hansa-Keeper Willmann an. Die darauffolgende Ecke fand den Kopf eines weiteren Fortunen, der aber aus kurzer Distanz ernaut an Willmann scheiterte. Sogleich war also Pfeffer in der Partie. Hansa versuchte die Kontrolle zu übernehmen, was zunehmend auch gelang. Trotz optischer Vorteile konnte Hansa aber keine großen Chancen kreieren, und weil auch die Hansa-Defensive immer einen Fuß dazwischen bekam, wenn es drohte gefährlich zu werden, plätscherte das Spiel so vor sich hin. Eng wurde es eigentlich nur bei Standardsituationen, und davon hatten beiden Teams so einige. Vor allem bei Ecken der Pankower schwamm Hansa mehrfach – aber mit Glück und Geschick ging es jedes Mal gut. Und als Tobse Bußmann nach 26 Minuten einen 22-Meter-Freistoß wunderschön über die Pankower Mauer und ins Tor schoss, war die Führung zwar nicht völlig unverdient, aber dennoch ein Stück weit glücklich. Und das sollte so bis zur Pause bleiben, da sich beide Teams weiter neutralisierten.

Hansa-Coach Pawelzik stapfte dementsprechend unzufrieden in die Kabine und erwartete eine Leistungssteigerung in Hälfte zwei. Doch leider fand Hansa immer weniger Zugriff auf das Spiel. Pankow drückte, Pankow rannte, Pankow spielte manchmal sogar. Hansa dagegen ließ sich zurückfallen und versuchte sich in konsequentem Verteidigen samt gezielter Konter über Konlok-Gweth, Bußmann, Semling oder Mattmüller. Angesichts des Spielstands vielleicht nicht ungewöhnlich, aber leider blieben Konter nahezu aus. Kaum einmal gelang der Spielaufbau, zu überhastet wurde der Weg nach vorne gesucht, so dass Pankow leichtes Spiel hatte. Hansa wankte bedenklich, Hansa wackelte bei jeder der ca. 15 Pankower Ecken, und wer weiß was passiert wäre, wenn die Fortuna einen richtiger Knipser in ihren Reihen hätte. Doch hätte, hätte, Fahrradkette, es blieb beim 0:1 – Pankow belohnte sich letztlich nicht für einen engagierten Auftritt und Hansa konnte mit der vielleicht schwächsten Saisonleistung den wichtigen Auswärtsdreier holen konnte.

Hansa-Coach Pawelzik, der während der Partie stetig hadernd und schimpfend durch die Coaching-Zone tigerte, war dann auch nicht lange böse. So ein Spitzenspiel mit viel Dusel zu gewinnen, das habe man sich durch die vielen couragierten Auftritte in dieser Saison verdient. Und außerdem ist die Situation mit 13 Punkten Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz einfach zu gut, als dass man sich nun selber geißeln muss. Noch sechs Punkte fehlen Hansa aus den letzten sechs Spielen der Saison, um erstmals seit… keine Ahnung… immer oder so… den Sprung in die Bezirksliga zu schaffen. Nun stehen zwei Heimspiele in Folge an, und was gäbe es Schöneres, als auf eigenem Platz vor den eigenen Fans alles klar zu machen. Muss einem dann sicher auch nicht peinlich sein.

Die Statistik zum Spiel gibts hier: (fussball.de)

 

One Response to Beduselt aus Pankow

  1. Uh! Ah! sagt:

    Gratulation, Männer! Noch einmal schlafen, dann ist Weihnachten. 😎

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