Nachdem sich die 1. Senioren von Hansa 07 in dieser Saison zeitweise mit Abstiegsängsten plagen musste, kann sie nach dem letzten Spieltag nicht ohne gewissen Stolz auf die Abschlusstabelle blicken. Platz fünf entspricht den gesetzten Erwartungen an eine Mannschaft, die in dieser Saison vor allem einem Schreckensgegner gegenüber stand: sich selbst. Wenn wir die individuelle Klasse der Mehrheit der Spieler als Maßstab nähmen, so wäre ein fünfter Platz als Minimalziel anzusehen. Das letzte Spiel gegen FC Stern Marienfelde II hat denn auch gezeigt, dass die Mannschaft zu einer Einheit zusammen gewachsen ist, die mit fast jeder Aufstellung gewinnen kann. Aber nun zum Spiel.

Nachdem die Marienfelder vergeblich versuchten durch kurzfristige Spielumsetzung von Sonntag auf Samstag für Verwirrung und Terminprobleme bei den Hanseanos zu sorgen, war die Stimmung nach dem Eintreffen an der alten Dorfkirche (1220 erbaut und damit Berlins älteste Dorfkirche) in Marienfelde entsprechend aufgeheizt, was nicht zuletzt an dem herrlichen Sonnenschein lag. Der zu bespielende Rasenplatz war schmal, lang, ohne Linien und glich von der Beschaffenheit einer Ziegenweide von minderer Qualität. Alles deutete auf ein kampfbetontes und technisch unterversorgtes Spiel hin. Hansa 07 konnte dieser Befürchtung gleich von Beginn an durch kontrolliertes Kurzpassspiel, körperlicher Beherrschung des Gegners, sowie enormem läuferischen Einsatz´ entgegen wirken. Der Behauptung, Hansa sei von der ersten Minute an drückend überlegen gewesen, kann weder der Laie noch der sachverständigste Experte widersprechen. So war es nur folgerichtig, dass Marcello in Min. 12 zum 1:0 verwandelte, nachdem Ali nach gewohnt überragenden kämpferischen Flügelattacken aufs Tor zustürmte und mit einem Gewaltschuss den Torwart zu einer unzulänglichen Klärung zwang, die es dem goldrichtig positionierten Marcello erlaubte, mit der für ihn bekannten Souveränität und Kaltschnäuzigkeit einzunetzen.

Der nicht minder aufgeweckte Markus, der heute neben dem noch mehrmals zu erwähnenden und in allen Tönen zu lobenden Jochen stürmte, konnte in Minute 15 von seiner beherzten und vielseitigen Spielweise profitieren, indem er dem Gegner auf seine ganz spezielle Art zu verstehen gab, dass es auf die richtige Ballführung und den Willen zum Abschluss ankommt. So verwandelte er nach unzähligen Dribblings im Halbfeld und in Nähe des Atems seiner Häscher mit einem Linksschuss aus halblinker Position, wobei er den Ball nicht irgendwo, sondern in der rechten Angel einhämmerte. Der Gegner unternahm ein zaghaftes Aufbäumen und erschien in Halbzeit eins einmalig gefährlich vor Hansas Tor, wo jedoch Ziepa heldenhaft auf der Linie rettete.

In Minute 18 sorgte Boese in gewohnt egozentrischer Manier und nach Alleingang auf der linken Seite durch einen nicht unschönen Heber für das 3:0.

Mit Minute 26 wurde der Gala-Lauf des Jochen Kempe eingeläutet. Marienfelde konnte sich gegen die Vorstöße von Hansa 07 des Öfteren lediglich durch regelwidriges Einsteigen erwehren, da unser Sturmlauf für des Gegners Qualität zu agil vorgetragen wurde. So kam Kempe zu einem Freistoß von halblinks, den er aus ca. 21 Metern mittig unter die Latte hämmerte, auf das es Tränen der Freude und des Frusts heraufbeschwor.

Nach dem erstmaligen Einsatz dieser vorentscheidenden Geheimwaffe sollte Kempe in Minute 38 abermals aus rechter Position mit einem vergleichbaren Schmankerl die Sinne der Fußballbegeisterten betören. Er ließ dem Torwart aus rechter Position nicht den Hauch einer Chance, indem er den Ball mit Gewalt und Gefühl in die linke Angel reinwixte.

Den lupenreinen Hatrick vollendete Jochen in Minute 40, nachdem Dirk ihn mit einem herrlichen, das Spiel öffnendem Pass bediente und er am Torwart vorbeischlenzte. Der heraneilende Verteidiger kam zu spät und konnte Kempes Schuss nur noch tiefer in die eigenen Maschen drücken.

Zur Halbzeit kam Walt für Jochen „Mario“ Kempe(s) und Jürgen für Nils. Die hohe Führung einerseits und der um seine Ehre bangende Gegner sorgten für eine ausgeglichene zweite Halbzeit, in der es bis zur Minute 72 dauerte , wo Markus nach Zuspiel von Boese auf 7:0 erhöhte. Des Gegners Ehrentor fiel in Minute 78 nach unberechtigtem Freistoß aus Abseits verdächtiger Position mit Kopf oder vielleicht auch der Hand, was ich auf die Entfernung nicht so genau sehen konnte.

Aufstellung: Konstabel – Kai Banholzer, Andreas Roth,  Dirk Rocholl, Andreas Ziepa –  Conny Boese, Nils (45. Jürgen Halm)  Marcello Kaupmann,  Ali „Baba“ Ouzzae (Anatol) – Jochen „Mario“ Kempe ( 45. Walt Molt),  Markus Schallhofer

Tore: 1:0 Marcello (12.), 2:0 Markus Schalhofer (15.), 3:0 Conny (18.), 4:0 Jochen (26.), 5:0 Jochen (38.), 6:0 Jochen ( 40.) , 7:0 Conny Boese (72.), 7:1 (78.)

Spieler des Tages: Jochen „Mario“ Kempe
Besonderheiten: Konstabel absolviert sein letztes Spiel für Hansa 07 und wird von seinen Mitspielern ungern an Teutonia für 84.000.000 Dukaten Ablöse weiter vermittelt. Wir sagen: „Danke, du hast die Haare schön“

Autor: Conny Boese – “ Wer das Boese bekämpft, wird selber boese“

 

2 Responses to Der „Konstabel“ beendet seine Karierre bei den FSV Hanseñores nach 7:1 Kantersieg !

  1. Ben sagt:

    Großartige Leistung, Männer!
    Wir sehen uns irgendwann auf dem Felde…zusammen,…bestimmt. 😉

  2. Martin sagt:

    Hut ab an die verjüngten Seniores, geht doch…
    Martin

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