Hansenores kegeln Verbandsligaabsteiger Hohen Neuendorf raus

1. Runde AOK – Pokal Ü32: FSV Hansa 07 – B.W. Hohen Neuendorf 4:3 (2:2 / 1:1) n.V.

Was sich auf zahlreichen Fußballplätzen am vergangenen DFB – Pokal Wochenende abspielte, war schon am Samstagnachmittag, bei gefühlten 45 Grad auf der Wrangelritze zu beobachten: Unter schlägt Ober – und das völlig verdient. Blau Weiß Hohen Neuendorf, nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses abgestiegen aus der höchsten Seniorenklasse und diese Saison also Landesligist, gegen die zwar Staffeldritten, aber immer noch Bezirksligisten von Hansa. Vor dem Spiel fragten sich einige, ob und warum man sich bei diesen Temperaturen überhaupt warm machen müsse. Die erstmals im neuen Iriedaily – Jersey angetretene Seniortruppe rätselte dann aber beim Betreten der Tartanbahn hinter dem Tor vor allem, warum sich dort drei Bikini – oder weniger Mädels in der Sonne aalten. Besseres Bräunungsergebnis durch Tartanbahnreflexion? Mannstolle Fantasien hitzegetränkter Touristinnen? Oder doch fieses Ablenkungsmanöver durch bezahlte Söldnerinnen des Gegners?

Die Hanseaten blieben konzentriert, steckten sich wie vom Schiedsrichter gefordert das schwarze Jersey in die Hose und hatten schon nach zwei Minuten die erste dicke Torchance. Nach feinem Pass von Alex, der heute mit Akeem und Boris den Dreierriegel in der Abwehr bildete, lief Jörn von links allein auf Tor zu, den Schuss ins lange Eck konnte der Gästekeeper jedoch um den Pfosten lenken. Danach blieben beide Mannschaften auf Augenhöhe, Hansa gelang es den Ball durch die eigenen Reihen laufen zu lassen und nicht nur hinten drin zu stehen gegen den scheinbar übermächtigen Gegner, der seine Favoritenrolle durchaus zu zelebrieren wusste („der Ball ist zu weich“). Aus dem Nichts dann das 0:1, die Gäste setzen sich auf der rechten Seite durch, flacher Pass in den Strafraum, den Akeem unbedrängt aus drei Metern ins eigene Tor hämmert. Eigentlich ein Ball für Totti, der auf der Linie klebte und seinen einzigen Fehler an diesem Nachmittag hinter sich hatte. Hansa ließ sich von dem Rückstand nicht beeindrucken, übernahm nun sogar das Kommando im Mittelfeld und kam wenige Minuten später verdient zum Ausgleich. Pass von Marcello in den Strafraum auf Sam, der sich um seinen Gegner schlängelt und mit rechts einschiebt. Nach der Pause dann das gleiche Bild, ein Klassenunterschied war nicht zu sehen. Das Spiel wurde härter, vor allem Spielmacher Michael wurde bei fast jeder Aktion gefoult. Der alles in allem gute Schiedsrichter ließ aber so manche Verwarnung stecken, sonst hätten die Gäste die zweite Halbzeit nicht komplett beendet. Dummerweise brachte dann ein Freistoß gegen Hansa den erneuten Rückstand, der Ball prallt an die Latte und der Kapitän des Gegners (wer hatte den noch mal…?!) staubt ab ins leere Tor. Aber es war ja noch genug Zeit und die Hanseaten zeigten erneut Charakter. Vielleicht dachten die Neuendorfer auch sie schaukeln das Ding irgendwie nach Hause. Die Initiative übernahmen nun wieder die Hansenores, und wurden kurz vor Schluss mit dem Ausgleich, wieder durch Sam, belohnt.

Verlängerung auch das noch… Von Minute 90 bis 105 spielten nur noch die Gäste, kamen erneut per Abstauber (wer hatte den noch mal…?!) nach Standard in Front und dachten sich wohl das wars nu wirklich. Aber – gleiche Erklärungen gab’s am Pokalwochenende im Poststadion, in Karlsruhe, Münster oder Havelse – wieder gab sich Hansa nicht geschlagen, und das zollte im Nachhinein sogar dem Gegner Respekt ab (s.u.). Alle zwölf Mann (Bülent für Akeem) holten das letzte aus sich raus, doppelten oder trippelten den Gegner, erzwangen Ballgewinne, Freistöße, Torchancen und hatten Totti, der zwei, drei Hundertprozentige des Gegners mit Flugeinlagen, Füßen und anderen Körperteilen vereitelte. Da keiner mehr wirklich Saft hatte, standen sich die Mannschaften wie zwei angeschlagene Boxer gegenüber, Hohen Neuendorf wartete hinten bis Hansa draufging. Lattentreffer auf beiden Seiten. Pokalfight eben… 115. Minute Hansa erobert den Ball kurz vor dem gegnerischen Strafraum, Axel legt eiskalt per Außenrist ins Netz. Dann die 120., letzte Minute war angezeigt. Noch mal ein Steilpass in den Strafraum der Gäste, deren Torwart geht mit gestreckten Beinen in Hansastürmer Sam, der Ball prallt zur Seite, beide rappeln sich auf. Hansa behält den Ball auf links, Ufuk auf Jörn, dessen Schuss faustet der Torwart nach vorne, gleich drei Hanseaten gehen auf Ball und Gegner, alles ziemlich orientierungslos, Jan bekommt das Leder vor die Füße und schiebt zum Siegtor ein. Hansa jubelt, Hohen Neuendorf reklamiert, das Spiel ist aus… HAHOHIEBEN!!!!!

Fazit: mit der Truppe ist alles möglich, geduldige Spielkontrolle statt traumhafter tödlicher Pässe in die Spitze hat sich ausgezahlt, konditionell stecken wir so einige in die Tasche, Boris als Abwehrorganisator stark, Baustelle bleiben Defensivstandards.

Aufstellung: Totti – Akeem (95. Bülent) – Boris – Alex – Marcello – Axel – Jan – Michael – Ufuk – Jörn – Sam

Tore: 0:1 (30.), 1:1 Sam (40.), 1:2 (60.), 2:2 Sam (88.), 2:3 (100.), 3:3 Axel (115.), 4:3 Jan (120.)

Hier noch Sicht der Hohen Neuendorfer auf das Spiel: BW Hohen Neuendorf

 

4 Responses to Nippelgate am Wrangeltor

  1. Marcello sagt:

    schöner bericht, jörnsen. den kapitän des gegners hatte ich oft als gegenspieler. allerdings nicht bei standards…

  2. Ben sagt:

    Gratuliere! Welch ein Spiel habe ich da verpasst? Und welche Mädels erst? Herrjeee….

  3. Juergen sagt:

    na mensch! wer hätte das gedacht. neue trickots und die Senores haben gleich Senoritas. Gruß aus Stuttgart

  4. christian sagt:

    ja wie geil ist das denn?? glückwunsch! hoffentlich ein gutes omen für die saison!

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